Der Förderunterricht
Die Mehrzahl unserer Auszubildenden hat in der Schule schlechte Erfahrungen gemacht. In der Berufsschule, die die Azubis an 1-2 Tagen pro Woche zur Vermittlung des Theorie-Wissens besuchen, werden diese Erfahrungen oft "wiederbelebt". Um nicht nur irgendwie durch den Schul- alltag zu kommen, sondern auch Zwischen- und Abschlussprüfung zu bestehen, nehmen fast alle Auszubildenden am AKC-Förder- unterricht teil, dessen Umfang den Fähig- keiten bzw. dem Bedarf der Einzelnen ange- passt ist. Es handelt sich in der Regel um Fach-Unterricht, der eng an den Lernstoff der Berufsschule angelehnt ist. Die Lehrerin achtet besonders darauf, an die bereits vorhandenen Fähigkeiten und das vorhan- dene Wissen anzuknüpfen. Auszubildende mit besonderen Schwierig- keiten im sprachlichen und schriftlichen Ausdruck erhalten zusätzlich Deutsch-Unterricht. Die Sprache nimmt im gesamten Berufsschul- und Förderunterricht einen besonderen Raum ein; denn die Auszubil- denden werden nicht nur mit für sie neuen Fachbegriffen konfrontiert, sondern die Formulierungen der Informationstexte und Aufgabenbögen ist für sie oft zu anspruchs- voll.
Schulabschlüsse
Besitzt eine junge Frau noch nicht den einfachen Hauptschulabschluss, so wird sie ihn mit der bestandenen Gesellenprüfung automatisch erhalten. Zusätzlich bietet der Förderunterricht im Rahmen der Berufs- vorbereitung die Möglichkeit zur Vorberei- tung auf die externe - einfache oder erweiterte - Hauptschulabschlussprüfung. Dieser findet entweder im AKC oder in Kleingruppen bei go-m-x statt.
Bei Interesse kann während der Ausbildung an einem Zusatzunterricht über die Berufsschule teilgenommen werden. Mit bestandenem Gesellenbrief und entsprechendem Notendurchschnitt ist auch der nächst höhere Schulabschluss - erweiterter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss - erreicht. Ein großer Erfolg nach oft schwierigen Schulbiographien.
PC-Unterricht
Alle Auszubildenden erhalten eine Grund- ausbildung am PC. Diese umfasst eine Einführung in die Benutzung und den Aufbau eines Computers; weiterhin wird gelehrt, welche Möglichkeiten das Textverarbei- tungsprogramm WORD bietet, wie das Internet funktioniert, wie man eine Email-Adresse einrichtet und, soweit dies die Zeit erlaubt, wie man kreativ mit Grafik- und Bildbearbeitungsprogrammen umgeht.
Das Medium Computer erweist sich als besonders geeignet, die Haltung zum Lernen zu verändern. In der Jugendhilfe haben wir es oft mit jungen Frauen zu tun, die durch jahrelange schlechte Erfahrungen in der Schule kaum noch lern- und leistungsbereit sind. Durch die Arbeit am PC werden jedoch neue Erfahrungen gemacht:- Richtige Eingaben werden direkt belohnt und nicht erst bei der nächsten Klassenarbeit.
- Es besteht für die Lernenden die Möglichkeit, sich unmittelbar selbst zu korrigieren.
- Die Grundlagen der Bedienung wiederholen sich in jeder Unterrichts-
stunde, so dass Gelerntes sich zwanglos verfestigt.
- Fragen, die sich während der Arbeit am PC ergeben, werden immer sofort geklärt, so dass jeder Lern-
zuwachs sofort zur Anwendung kommt. - Das "Feindbild Lehrer", das bei vielen der jungen Frauen vorhanden ist, wird durch den gemeinsamen "Kampf" gegen die Tücken des Objekts Computer verändert. Die Lehrerin wird öfter als Helferin denn als Anweiserin erlebt.
- Bei der Erziehung zur Ordnung erleben die Auszubildenden Erfolge durch das Ausdrucken von Texten. Die fertigen Blätter sind sauber beschrieben, nicht verknickt oder verschmiert.
- Es ist ein direkter Bezug zur Ausbildung gegeben, da die Monatsberichte, in denen die Arbeitsvorgänge in der Werkstatt beschrieben werden, am Computer verfasst werden können.
Aktionstage
Neben dem regelmäßigen Förderunterricht finden mehrmals jährlich in den Berufschul- ferien sogenannte Aktionstage statt. Diese werden von verschiedenen internen Teams oder je nach Bedarf auch von externen Fachkräften durchgeführt. Die Themen dieser Tage lassen sich am Besten unter den Überschriften "Lernen lernen" sowie "Selbstbehauptung und Selbsterfahrung" zusammenfassen.
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