Jährlich finden viele Tausend Jugendliche in Berlin keine Ausbildungsstelle. Junge Frauen mit schwerwiegenden sozialen Problemen stehen als Letzte in der Schlange. Sie kommen oftmals aus belastenden Lebens- situationen, sind oft auf sich allein gestellt und als Jugendliche damit überfordert oder sind auf Grund ihrer nationalen Herkunft benachteiligt. So stehen sie verunsichert und meist ohne Schulabschluss vor dem Schritt ins Erwachsenenleben. Ohne Chance auf eine Berufsausbildung droht der Weg ins soziale Abseits. Dieser Gefahr begegnet das Ausbildungs- und Kulturcentrum e.V. in Schöneberg / Ortsteil Friedenau mit einem ganzheit- lichen, sehr umfassenden Hilfsangebot.
Seit 1988 bietet das AKC Schöneberg benachteiligten jungen Frauen die Möglich- keit einer Ausbildung Zu den ursprünglichen Berufen Damenschneiderin (jetzt: Maß- schneiderin) und Modenäherin kam 2001 die Ausbildung zur Goldschmiedin und 2005 die Ausbildung zur Änderungsschneiderin als Wahlmöglichkeit hinzu. In allen Berufen bieten wir auch Berufsvorbereitung, gezielte Qualifizierung und Beschäftigung und seit 2006 Ausbildung in Teilzeit für junge Mütter an. 28 junge Frauen können hier in einem geschützten sozialen Rahmen ihre individuellen Fähigkeiten entfalten und erweitern sowie den Grundstein für ein selbstbewusstes und eigenverantwortliches Leben legen. Grundlage ist das Kinder- Jugendhilfegesetz (SGB VIII), in Einzelfällen auch das SGB III mit Einzelförderungen über Rehabilition. Das Jugendamt des jeweiligen Wohnbezirkes übernimmt nach ausführlicher Einzelfallprüfung die Förderung. Bei einer Förderung per Rehabilitation ist die Arbeitsagentur zuständig. Neu ist die Förderung von Ausbildung in Teilzeit im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGBII). Junge Mütter, die Arbeitslosengeld II beziehen, können beim Jobcenter einen entsprechenden Antrag stellen.
Im Unterschied zu herkömmlichen Ausbil- dungsstätten erfahren die jungen Frauen hier eine Förderung, die ihre sozialen und biographischen Erfahrungen berücksichtigt. Die Einrichtung ist klein und überschaubar, somit ist hier Raum für intensive und individuelle Unterstützung. Hier ist es den Frauen möglich, Gemeinschaft, Angenom- mensein und "Familienersatz" für eine überschaubare Zeit zu erleben. Hier finden sie ein ideales und vor allen Dingen unbe- lastetes Terrain, das es ihnen ermöglicht, eine fundierte Handwerksausbildung zu erlangen und quasi "nebenbei" die dafür nötigen sozialen Kompetenzen zu ent- wickeln.
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